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"Außerschulische Lernorte"

Der KS:NUE Arbeitskreis Kultur und Schule tagte am 24. Februar 2011 bei Geschichte für Alle e.V. zum Thema „Außerschulische Lernorte“.

Die Vorteile des „Lernens am historischen Ort“ verdeutlichte Kathrin Kasparek von Geschichte für Alle e.V. in ihrem Beitrag. So können Schüler (Nürnberger) Geschichte an außergewöhnlichen Orten erfahren, sinnlich wahrnehmen und in der Begegnung mit „Originalen“ eine Verbindung zwischen historischen Orten und ihrer Lebenswelt herstellen. Dabei werden die unterschiedlichsten Methoden eingesetzt: Durch einfaches Zeigen oder Spurensuche bis hin zum Nachempfinden von Geschichte durch Experimente und Perspektivwechsel, können Schüler die Stadt „lesen“ lernen. Weitere Informationen: www(dot)geschichte-fuer-alle(dot)de

Zur Bedeutung außerschulischer Lernorte stellte Jonas Lanig, Lehrer am Johannes-Scharrer-Gymnasium acht Thesen zur Diskussion. Thesenpapier

Die Schule zeigt sich demnach gegenwärtig von „der besten Seite“ mit einer Vielzahl von Projekten, meist von außerschulischen Anbietern eingekauft. In der Schule können alle Kinder an Kultur teilhaben. Aber wo bleibt die Schule selbst, wenn es darum geht kulturelle Werte zu vermitteln? Sie überträgt die pädagogische Aufgabe häufig an andere Institutionen.

Eine positive Entwicklung ist dagegen das neu eingeführte  P-Seminar (Projekt-Seminar zur Studien- und Berufsorientierung) im Gymnasium. Hier werden Projekte gemeinsam von Schule und außerschulischem Partner geplant und durchgeführt.  Um eine wirkliche, von beiden Seiten gewünschte Zusammenarbeit zu ermöglichen, braucht es Informationen übereinander. Es werden Ansprechpartner gesucht, kein fertiges Programm.

Die vorhandenen Instrumente, wie der KS:NUE Kultur- und Schulservice Nürnberg mit Internetplattform, Projektdatenbank und Beratungsangebot oder Vernetzungsgremien, wie die Stadtteilarbeitskreise oder die Projektbörse “Familienfreundliche Schule“ sind zu wenig bekannt. Sparten bezogene Netzwerke außerschulischer Anbieter kultureller Bildung gibt es nur in Ansätzen, wie z.B. das TanzNetz. Die Internetseite der Städtischen Museen mit dem vollständigen kulturpädagogischen Angebot des Kunst- und Kulturpädagogischen Zentrums wird ebenfalls nicht entsprechend genutzt.

Vorschläge, wie eine „Referenzschule“  zur Erprobung einer festen Zusammenarbeit von Schule und außerschulischen Partner oder ein „Kulturführerschein“ für alle Schüler in Weiterentwicklung des „Kulturrucksacks“, angestoßen von Theater Mummpitz, fanden großen Zuspruch.

Das Hauptproblem ist und bleibt allerdings die Finanzierung. Eine politische Diskussion in der Stadt über den Umgang mit dem Hartz IV Bildungspaket ist notwendig, damit die wichtige kulturelle Bildung auch die sozial schwachen Kinder erreicht.

Die Neuaufstellung des Netzwerks Kinderkultur in Nürnberg mit der Besetzung der Geschäftsführung des Koordinierungskreises  zusätzlich zu den Bereichen Kultur und Soziales mit dem Schulbereich ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, um die drängenden Probleme angehen zu können.