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"Interkulturelle Bildung - Kulturelle Vielfalt leben lernen"

Der KS:NUE Arbeitskreis Kultur und Schule tagte am 27. Oktober 2011 im Kunst- und Kulturpädagogischen Zentrum der Museen der Stadt (KPZ)

Vorweg: Die Museen können nur das vermitteln, was in ihren Dauer- und Sonderausstellungen angelegt ist. Die museumspädagogische Arbeit des KPZ bezieht sich auf 17 (Ausstellungs)Orte in der Stadt - Museen, Kirchen, Kunsthalle u.a. Der Leiter des KPZ, Dr. Thomas Brehm, gab zum Einstieg einen Überblick über die Aktivitäten des KPZ.

Das jährlich erscheinende Programm „Museum und Schule“ enthält spezielle Angebote im Germanischen Nationalmuseum, die sich an Übergangsklassen und multinationale Gruppen wenden und zwar an Schüler/innen nichtdeutscher Muttersprache der Grundschule (3./ 4. Klasse) und Hauptschule:

  • Ohne Sprache sprechen
  • Berühmtes und Kurioses
  • Stationen unseres Lebens
  • Jeder Mensch wohnt

Auch mit wenig sprachlichen Fähigkeiten und mit Hilfe bildnerischer Mittel können hier Schüler/innen die musealen Objekte und deren Aussage reflektieren. Ziele sind: Förderung des Spracherwerbs und der Kommunikationsfähigkeit, Vermittlung von Kenntnissen des neuen kulturellen Umfelds und die Stärkung der eigenen Identität. Darüber hinaus gibt es das Angebot von Führungen mit russisch-muttersprachlichen Führer/innen und interreligiöse Gesprächsrunden in Englisch, Russisch und Italienisch für Erwachsene. Das KPZ arbeitet beim dienststellenübergreifenden Projekt „Dasein“ mit und entwickelte gemeinsam mit dem Stadtarchiv die aktuelle Ausstellung „Dageblieben“.

Das Thema „Migration in der Einwanderungsgesellschaft“ wird gerade in der Museumsarbeit neu entdeckt. Im "Arbeitskreis Migration" im Deutschen Museumsbund wird zur Zeit eine Handreichung für Museen zur Vermittlung des Themas in Ausstellungen ausgearbeitet, denn entsprechende Angebote fehlen noch. Im Netzwerk „Stadt-Museum-Migration“ werden bundesweit Erfahrungen ausgetauscht. www.migrationsgeschichte.de, www.migration-ausstellen.de.

Dr. Thomas Brehm wies aber darauf hin, dass auch die bestehenden Ausstellungen vielfältige Anknüpfungspunkte zum Thema Migration und Wanderungsbewegungen bieten.

Wie erreicht das Angebot der Museen Menschen mit Migrationshintergrund? Klappt die Öffnung der Museen hin zu dieser Zielgruppe?

Diese Fragestellungen bewegten die Teilnehmer/innen in der anschließenden Diskussion. In der Praxis wird festgestellt, dass Kinder und Jugendliche mit Museumserfahrung immer weniger werden. Zum einen wünschen Pädagogen/innen mehr Offenheit der Eltern für die Inhalte der Museen. Zum anderen besteht gerade im gemeinsamen Klassenbesuch der Ausstellungen, die Möglichkeit die (Querschnitts)Themen im Unterricht aufzugreifen und die multikulturellen Erfahrungen und Lebenswelten der Schüler/innen darauf zu beziehen. Die Ausstellungen können dazu Denkanstöße liefern.

Eine bessere Öffentlichkeitsarbeit, die Möglichkeit handelnden Lernens, altersgerechte Angebote ebenso wie eine Willkommenskultur wurden thematisiert. Museen sind hier genauso gefordert wie andere kulturpädagogische Handlungsfelder.

Wie die Lernchancen aller Kinder durch ästhetische-kulturelle Bildungsprozesse verbessert werden können, indem die Potenziale von Migration in der kulturpädagogischen Arbeit genutzt werden, ist auch das Thema des Bundeskongresses der Kunstpädagogik 2010-2012, BuKo12 bei der Tagung „Interkultur.Kunstpädagogik remixed“ in Nürnberg vom 22. bis 24. April 2012 in Nürnberg. www.buko12.de/part/08