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"Projektarbeit – eine andere Lernkultur in Kooperation von Schule und kultureller Bildung"

Der KS:NUE Arbeitskreis Kultur und Schule tagte am 7. Juli 2011 im Staatstheater Nürnberg

Diana Liberova vom Pädagogischen Institut der Stadt Nürnberg stellte Ziele und Bedingungen von P-Seminaren vor.

Als schulische Pflichtveranstaltung  sollen Schüler/innen der Oberstufe im P-Seminar Berufswelt- und Berufswahlkompetenz erlangen.  Sie können dabei aus verschiedenen Vorschlägen wählen. Über die Projektarbeit muss kein schriftlicher Nachweis erbracht werden. Zwei erforderliche Noten werden im Prozess des Projekts gebildet, beispielsweise über Feedback und Selbstbewertung der Schüler/innen bei Präsentationen.

Von der konkreten  Idee bis zum Projektabschluss vergehen 1 ½ Jahre. Eine oder mehrere Lehrkräfte übernehmen in dieser Zeit  für ein  Fach oder Fächer übergreifend die Rolle des Coaches und Begleiters. Vertrauen in die Schüler/innen ist Voraussetzung, um sie beim Aufbau einer Projektidentität zu unterstützen. Das Ergebnis ist offen.

Die Lehrkräfte müssen bereit sein mit externen Partnern zu kooperieren und über gute Kenntnisse der Kreativitätstechniken verfügen. Von den Projektpartnern wird Kooperationsbereitschaft und Offenheit zur Unterstützung der Schüler/innen vorausgesetzt. Eine Vermittlung zwischen den Schulen und externen Partnern ist strukturell nicht verankert. Direkte Kontaktaufnahme von beiden Seiten  ist deshalb notwendig.

Links: Praktikumsbörse für Schüler/innen, Virtuelle Marktplatz Projektideen für interessierte Unternehmen und künftige  Projektpartner www.sprungbrett-bayern.de, Bayerisches Gymnasialnetz www.gymnasium.bayern.de/gymnasialnetz/oberstufe/seminare/p-seminar, ISBwww.isb.bayern.de, Bayerisches Ministerium für Unterricht und Kultus www.km.bayern.de/eltern/meldung/184.html

Ein konkretes Beispiel für ein P-Seminar im Fach Deutsch stellten Frau Kraus vom Johannes-Scharrer-Gymnasium und Anja Sparberg vom Staatstheater Nürnberg vor: „Starbrooks-Buddenbrooks“

Ziel des P-Seminars war, eine Schülerfassung zu „Buddenbrooks, Verfall einer Familie“ von Thomas Mann zu verfassen. Die Schüler/innen waren der Lehrerin vorher nicht bekannt.

Februar 2009 bis Juni 2010:Einstieg mit dem  Besuch der Inszenierung  von „Buddenbrooks“ im Staatstheater. Nach Text und Theateranalyse, entwickelten die Schüler/innen eine eigene Theaterfassung, die, kreativ auf die heutige Welt übertragen, junges Publikum ansprechen sollte. „Buddenbrooks“ wird zu „Starbrooks“.

September bis Dezember 2010:Proben am Theaterstück

Januar/Februar 2011: Aufführungen des Stücks in der Schule und im Staatstheater 

Rollen und Aufgaben der Partner/innen

Lehrerin: Fortbildung  „Projektmanagement“, Moderation, Einschätzung und Diskussion der Ideen.

Staatstheater: Führung durch das Staatstheater, Vorstellung der unterschiedlichen Berufe, Kontaktaufnahme mit „Spiel“ und diverse Inputs für die Schüler/innen, Beratung und Feilen an Szenen, Vorstellung auf der Probebühne, Organisation der öffentlichen Aufführung (Licht, Ton, Bühnenbild von 14 – 19.30 Uhr) im Staatstheater mit Schüler/innen und Aufführung.

Diskussionsergebnisse

Die Qualitäten der Schüler/innen kamen bei  diesem P-Seminar in den verschiedenen Arbeitsbereichen (Schreiben, Klavier, Fotografie, Schauspiel …) voll zum Einsatz. Die Gruppe trug sich selbst. Ein Schüler absolvierte danach ein Praktikum in der Lichttechnik des Staatstheaters.

Die Zusammenarbeit zwischen Schule und externem Partner war bei „Starbrooks-Buddenbrooks“ sehr erfolgreich, auch weil dabei ist ein gegenseitiger Nutzen entstand.

Der Aufwand des externen Partners kann je nach Projekt  sehr unterschiedlich sein. Es empfiehlt sich Vereinbarungen zur Zusammenarbeit zu t reffen und  die Rollen vorab zu klären. Die Schulleitung muss hinter dem Projekt stehen. Unterstützung aus dem Kollegium ist wünschenswert.

Unter den jetzigen Bedingungen scheint Projektarbeit im Schulalltag ein Störfaktor zu sein:  Unterricht im 45 Minuten-Takt wird durchbrochen, Stundenpläne müssen umgestellt werden, Freiräume (Ort und Zeit) müssen gefunden werden. Für die betroffenen Lehrkräfte bedeutet Projektarbeit häufig „Mehrarbeit“. Mehr Lehrerstunden wären notwendig.  

In der Zusammenarbeit muss der lange Projektzeitraum bedacht werden. Im Vergleich zu Gymnasien  können Grund- und Hauptschulen oft flexibler sein.

Das Engagement der externen Partner ist nicht immer kostenfrei. Honorare müssen bezahlt werden. Die Finanzierung der Projektarbeit muss deshalb abgesichert sein.

Die guten Ergebnisse der Projektarbeit müssen öffentlich gemacht werden

Lesetipp: Lernkultur für Kinder, Handreichung zur kulturpädagogischen Praxis und zur Kooperation von Schule und kultureller Kinder- und Jugendarbeit - Herausgeber: Praxisforschungsprojekt - Leben lernen, Alexander Wenzlik, Monika Wunderlich, Sebastian Korp, Tom Biburger, PA/ Spielen in der Stadt. e.V., Institut für Angewandte Kulturelle Bildung e.V., München 2008, www.iakb.de, post@iakb.de