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"Medien und Schule"

Der KS:NUE Arbeitskreis Kultur und Schule im Rahmen traf sich am 11. März 2010 Protokoll im Medienzentrum im Pädagogischen Institut der Stadt Nürnberg

Wolfgang Hillitzer, Leiter des Medienzentrums, stellt sein Angebot für den Einsatz von Medien in Schulen vor

Die Aufgabe des Medienzentrums im Pädagogischen Institut ist u.a. die Versorgung der Schulen mit Medien. Hierzu kauft es Medien mit den entsprechenden Aufführungslizenzen an, konfektioniert und katalogisiert sie. Die ehemals eingerichtete kommunale Stadtbildstelle hat sich inzwischen zum modernen Medienzentrum entwickelt, mit einem attraktiven Online-Angebot für alle Schularten und den Vorschulbereich.
Nürnberger Pädagogen haben auf der Webseite des Medienzentrums die Möglichkeit in einem Kennwort geschützten Bereich Medien direkt auf USB Stick herunter zu laden. Der Ausbau für die außerschulische Jugendbildung befindet sich im Aufbau.

Zusammenfassung des Impulsreferat und Diskussion mit Michael Stiller, Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Studienberater im Erweiterungsstudiengang Medienpädagogik an der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Universität Erlangen Nürnberg:
Medienverhalten von Schülern, Probleme und Möglichkeiten beim Einsatz von Medien im Unterricht

Warum Medienerziehung und Ziele der Medienerziehung
Wir  befinden uns mitten im Medienzeitalter und sind konfrontiert mit einer Informationsflut, die tagtäglich verarbeitet werden muss. Oberstes Ziel der Medienerziehung ist, den Umgang mit den Medien zu erlernen. D.h.

  • verschiedene Medienangebote zu kennen (auch klassische Medien),
  • Medien gezielt auszuwählen (vom Buch bis hin zu Web 2.0 Anwendungen),
  • ein kritisch, reflektierter Umgang mit Medien,
  • Medien zielgerichtet nutzen,
  • Medien selbst gestalten, digital und nicht-digital.


Aktuelle Mediennutzung
Quelle ist die „Jim Studie 2009“, die das Verhalten von Schülern über 13 Jahren jährlich erfasst. Es gibt auch eine „Kim Studie“ für die Altersgruppe bis 13 Jahre unter www.mpfs.de
Einige Zahlen aus der „Jim Studie“:
Verfügbarkeit/ Gerätebesitz: 96 % Internet, gefolgt von PC und Fernseher
Lieblingsmedium: 98 % Handy
Medienbeschäftigung pro Tag: durchschnittlich 2,5 Std. Fernsehen, in der Tendenz Hauptschüler und Realschüler länger als Gymnasiasten, durchschnittlich 2 Std. Computer und Netz.
Medienvertrauen: An erster Stelle steht die Tageszeitung, dann Fernsehen (Pro 7, RTL, MTV), danach Internet. Aber: Die liebste Freizeitbeschäftigung ist immer noch das Treffen mit Freunden.
PC Nutzer sind mehr oder weniger alle, Mädchen und Jungen (erfasst ab 6 Jahren). Der Unterschied
in der Mediennutzung wird immer geringer.
Der Umgang mit Daten in sozialen Netzwerken im Web 2.0 ist eher unkritisch.12 % der Kinder
hatten schon reale Treffen mit PC-Partnern.
Fazit:
Positiv ist, dass Kinder die Technik annehmen, negativ der unkritische Umgang damit.

Mediennutzung in der Schule
wird erschwert durch:

  • Verbesserungswürdige technische Ausstattung - Eine gute Ausstattung motiviert die Lehrkräfte.
  • Art des Unterrichts - Medienerziehung findet meist in Form von Projekten mit hohem Zeitaufwand statt.
  • Häufig mangelhafte Ausbildung und Kompetenzen der Lehrkräfte, Angst vor der Technik.


Möglichkeiten der Integration:
Schüler (Digital Natives) sind medienaffin, aber unkritisch  – Lehrkräfte (Digital Imigrants) sind kritisch, haben aber keine entsprechende Ausbildung und  schätzen die Schüler kompetenter ein. Eigentlich könnte sich das wunderbar ergänzen.
Lösungsmöglichkeiten:

  • Durch bessere technische Ausstattung müssen die Bildungsleistungen (z.B. Internetrecherche) nicht in den Privatbereich ausgelagert werden.
  • Ausbildung ist ein elementarer Baustein (z.B. Weiterbildungsstudiengang berufsbegleitend). Man muss kein Technikfreak sein, die Didaktik ist wichtig.
  • Hürden tiefer legen
  • Fächer übergreifender Unterricht
  • Projekte
  • Exkursionen
  • Kooperation mit außerschulischen Partnern

Fazit:
Vor allem muss sich die Motivation zum Medieneinsatz bei Pädagogen erhöhen. Die Lehrpläne sind  nicht der Hemmschuh, oft werden aber die Fächer in den Vordergrund gestellt. Wichtig wäre es, an jeder Schule eine/n  Fachmann/-frau bzw. „Medienmotivator“ zu haben und ausreichende finanzielle Mittel  für Ausstattung und Personal, z.B. um  Klassen teilen zu können bei Medien AG‘s