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„Von Projekten zu Strukturen“

Der KS:NUE Arbeitskreis Kultur und Schule tagte am 25. November 2010 im Künstlerhaus im KunstKulturQuartier zum Thema „Von Projekten zu Strukturen“

Wie kann die Zusammenarbeit von außerschulischer und schulischer Kultureller Bildung verbessert werden? Zahlreiche Vertreter/innen aus den Bereichen Anbieter, Kulturvermittler und Schule trafen sich im Arbeitskreis Kultur und Schule, um  zum Thema „Von Einzelprojekten zu Strukturen“ zu diskutieren.

Den Auftakt gestaltete Beate Höhn, Tanzkünstlerin/-pädagogin mit langjährigen Projekterfahrungen in Schulen und Bildungseinrichtungen. Seit Oktober 2010 leitet sie die Koordinationsstelle „TanzPartner“. Angebunden an die Tafelhalle im KunstKulturQuartier koordiniert sie „die Zusammenarbeit zwischen Schulen, pädagogischen Institutionen, Künstlern und Vermittlern des zeitgenössischen Tanzes/Theaters“.  Ihre Aufgaben sind

  • die Vermittlung von qualifizierten Tanzpädagogen an Schulen, Beratung bei Planung,
  • Finanzierung und Durchführung von Tanz-Projekten in Bildungseinrichtungen
  • Beratung zu Tanz- und Theatervorstellungen in der Tafelhalle, Vor- und Nachbereitung von Stücken und begleitende Workshops
  • Information und Fortbildungen für Pädagogen und Bildungseinrichtungen,
    Qualitätssicherung der tanzpädagogischen Projekte nach den Kriterien des Bundesverbandes Tanz in Schule e.V.

Die Einbindung in den Bundesverband ist u.a. durch die dort formulierten Qualitätsstandards für tanzpädagogische Projekte und die Festlegung einheitlicher Honorarsätze (35 €/ UStd.) für Tanzpädagogen/innen besonders wichtig. Voraussetzung für Tanzprojekte ist die enge Zusammenarbeit mit der Schule und den Schülern. Grundlage dafür sind Partizipation, Improvisation und Förderung von Sozialkompetenzen. Anfragen kommen aus allen Schularten und dem Vorschulbereich, der Schwerpunkt liegt im Alter zwischen 6 und 12 Jahren. In Planung ist die Zusammenarbeit von „TanzPartner“ mit Kindergärten, Grundschulen und Eltern im Übergang vom Kindergarten zur Schule.
 „TanzPartner“ vermittelt keineswegs nur „Zeitgenössischen Tanz“, sondern ist für alle Formen des Tanzes offen. Tanzpädagogen/innen aller Tanzrichtungen können sich an diese Stelle wenden.

Warum braucht es Strukturen?
Einige Anbieter bemängelten in der Diskussion die noch sehr differierenden Honorarsätze in Nürnberg. Unter der Voraussetzung gleicher Qualitätsstandards bietet die Festlegung auf einen Honorarsatz für alle beteiligten Partner Planungssicherheit.

Auch andere Sparten Kultureller Bildung versprechen sich durch mehr Struktur im Anbieterbereich eine Verbesserung in der Zusammenarbeit, insbesondere in der Kommunikation mit den Schulen.
So gibt es bei der Musikalischen Bildung unterschiedlichste Anbieter und Angebote, die der Nutzer schwer überblicken  kann. Eine Abstimmung untereinander wäre sinnvoll.

  • Die Hochschule für Musik z.B. bietet für Schulen im Rahmen der „Elementaren Musikpädagogik“ vielfältige Aktionen und Projekte. Es gibt einen Pool von Ensembles und Bands, die für interaktive Kinderkonzerte unter dem Titel „Jedem Kind ein Konzert“ als Wahlpflichtfach zur Verfügung stehen.
  • Die Musikschule Nürnberg organisiert für Schüler/innen ab der  5. Klassenstufe Chor-, Bläser-, Streicher-, Percussion-, Orchesterklassen...
  • Die Musikpädagogik der Friedrich-Alexander-Universität hat seit September 2009 das Projekt „Klasse.im.plus – das musizierende Klassenzimmer“ laufen.

Eine spartenübergreifende Struktur ist der „Kulturrucksack“, initiiert und organisiert von Theater Mummpitz. Das Gostner Hoftheater ist in diesem Schuljahr beteiligt. Pro Schuljahr können ausgewählte Klassen an vier Kulturveranstaltungen unterschiedlichster Genres mit den ergänzenden pädagogischen Einheiten teilnehmen. Über die Finanzierung von Sponsoren ist die Teilnahme zu einem symbolischen Beitrag von 1 Euro pro Schüler/in möglich.

KS:NUE Kultur- und Schulservice Nürnberg veröffentlicht auf der Internetplattform www.ks-nue.de eine Projektdatenbank, die mit Angeboten aus allen Kultursparten und verschiedenen Themenbereichen einen Überblick über die Landschaft Kultureller Bildung in Nürnberg gibt. Weitergehende Abstimmungen in einzelnen Sparten Kultureller Bildung können jedoch nicht geleistet werden. „Knotenpunkte“ (Hans Hunglinger, KUF KinderKunstRaum), wie die „TanzPartner“, wären hilfreich. KS:NUE Kultur- und Schulservice Nürnberg könnte diese unter seinem Dach verbinden.

Abgesehen von der Finanzierung der Projekte, stellt sich die Frage nach dem Bedarf in den Schulen?
Herr Naesert, Mitarbeiter beim 3. BGM, Geschäftsbereich Schulen, wies auf die Entwicklung der Ganztagsschule hin, die in Zukunft sowohl Möglichkeiten bietet aber auch erfordert. Bei der Entwicklung der Ganztages-Grundschule St. Leonhard werden bereits Partnerschaften mit außerschulischen Anbietern kultureller  Bildung im Stadtteil mitgedacht.
Darüber hinaus ist zu erwarten, dass sich im Zuge der Ganztagesschule finanzielle Strukturen für die gesamte Schullandschaft entwickeln.

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