. .
  • Sie sind hier: KS:NUE > Fachforum/ Partnerbörse Kulturelle Bildung

Bildung für nachhaltige Entwicklung, BNE/ Umweltbildung

Zum ersten Mal fand das Fachforum Kultur und Schule des Kultur- und Schulservice Nürnberg KS:NUE  in enger Kooperation mit dem Referate übergreifenden Koordinierungskreis Kulturelle Bildung in Nürnberg statt unter Federführung von Hiltrud Gödelmann, Umweltreferat und Cordula Jeschor, Umweltstation Nürnberg im Institut für Pädagogik und Schulpsychologie Nürnberg, IPSN .

1. Input von Klaus Hübner

„Bildung für nachhaltige Entwicklung, BNE“ ist ein sperriger Begriff, den Klaus Hübner vom Landesbund für Vogelschutz, LBV in seinem Impulsreferat auf dem Grund ging. Der LBV ist seit über 100 Jahren mit 75 000 Mitgliedern, 11 Umweltstationen, -Kindergärten etc. eine der großen Umweltorganisationen und arbeitet unter dem Motto „Vernetzung fördern, Teams bilden, Kompetenzen fördern, Werte leben“.

„Nicht leben auf Kosten von anderswo und heute nicht auf Kosten von morgen“ 

Klaus Hübner präferiert diese Definition des Begriffs Nachhaltigkeit, deren Themen sind: Erde, Klima, Ernährung, Biodiversität, Wasser, Energie, Mobiliät. Was bedeutet dies aber für eine Bildung zur nachhaltigen Entwicklung?

Es ist nicht einfach einen nachhaltigen Lebensstil zu praktizieren, wenn alles immer und überall zu haben ist. Deshalb muss schon im Elementarbereich begonnen werden, ein entsprechendes Wertesystem und Gestaltungskompetenzen zu vermitteln. Nachhaltige Gewohnheiten müssen früh unter Aspekten einer eigenen positiven Identität, von Achtsamkeit und Wertschätzung, Emotionalität, Kommunikation, motorische und soziale Kompetenzen geprägt werden.

Der Lernort „Natur“ ist in seiner Vielfalt von Erfahrungsmöglichkeiten (alters- und themenübergreifend, Saisonalität, Regionalität, Draußen) besonders geeignet, eine ganzheitliche Entwicklung zu fördern. Dabei geht es nicht nur um die Naturerfahrung ohne moralischen Zeigefinger und den Spaß beim Erstkontakt, entscheidend ist auch, was mit den Erfahrungen gemacht wird. Das positive Erlebnis muss in Alltagskompetenz umgesetzt werden, z. B. Gewürze riechen und einen Kräutergarten anlegen, gemeinsam mit den Gewürzen kochen…

Das hat Auswirkungen auf

  • die Motorik: Alle Organe des Menschen sind auf Bewegung ausgelegt (Kükelhaus)
  • die Gestaltungskompetenz: in der Gruppe, Umgebung, alltägliche Vorgänge, Tag mitgestalten
  •  eine positive Identifikation: stolz sein, sich stark fühlen – Erziehungspartnerschaft heißt Anerkennung
  • die Wertschätzung: eigene, andere, Natur, Umwelt
  •  das Verantwortungsbewusstsein: Wirkungen erkennen und zum eigenen und Wohl anderer einsetzen
  • das Vertrauen: Urvertrauen kann auf andere übergehen durch neue Netzwerke in Kindergarten, Schule etc.

Hiltrud Gödelmann vom Umweltreferat hat ein Übersichtsblatt mit Anbietern zur BNE/ Umweltbildung zusammengestellt, in die neue Anbieter aufgenommen werden können. Der Kultur- und Schulservice Nürnberg, KS:NUE bietet an, neue Angebote in die Projektdatenbank in www.ks-nue.de aufzunehmen, bzw. neue Angebote im Newsletter und unter Aktuelles vorzustellen.

2. Vorstellung des Förderprogramms „Umweltbildung und Jugendsozialarbeit“

Ziel des Förderprogramms mit einem Jahresetat von 65.000 Euro ist, bei sozial benachteiligten sowie individuell beeinträchtigten jungen Menschen, der Zielgruppe der Jugendsozialarbeit, Lern- und Erkenntnisprozesse für nachhaltige Entwicklung in Umweltprojekten anzustoßen. Profitieren können davon die aufsuchende, arbeitsweltbezogene, migrationsbezogene, schulbezogene Jugendsozialarbeit und das Jugendwohnen. Einrichtungen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jugendsozialarbeit werden qualifiziert und Themen verankert. Langfristig soll ein Netzwerk aus Umweltbildung und Jugendsozialarbeit entstehen.

Voraussetzung für die Förderung ist eine Kooperation zwischen Jugendsozialarbeit und Umweltbildung, die in einer Kooperationsvereinbarung festgehalten sein muss.

Pro Jahr werden in Bayern zwischen zehn bis zwölf Einzelprojekte zwischen 5.000 und 7.000 Euro maximal gefördert. Seit Beginn des Förderprogramms wurden 23 Projekte gefördert. Für 2014 können noch 18.000 Euro vergeben werden. Die Förderung kann jährlich bis zu drei Jahren beantragt werden und beträgt 90 % der Kosten. Sie beinhaltet eine Projektbegleitung und –koordination.

Die Projektauswahl trifft ein Beirat. Anträge können bis 5. Mai 2014 eingereicht werden.

Die Umweltbildung muss an der Lebenswelt der Jugendlichen orientiert, partizipatorisch und handlungsorientiert sein. Daraus ergeben sich die Kriterien für die Projekte:

  • Sie müssen alltagsweltbezogene Fragestellungen der nachhaltigen Entwicklung bearbeiten,
  • Jugendliche motivieren und handlungsorientiert sein,
  • zur Persönlichkeitsentwicklung beitragen,
  • Integration und Partizipation der Jugendlichen gewährleisten.

Weitere Informationen, Fristen, Formulare zur Antragstellung sowie Beispielprojekte sind unter www.lagjsa-bayern.de/umweltprojekt zu finden. Projektkoordination und –begleitung: Sonja Gaja, Tel. 089 159 187 72, gaja@ejsa-bayern.de