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Ich und Wir - Ein interkulturelles, kreatives Lernprojekt in Kooperation von Kultur und Schule September 2012 – Februar 2013

Basis für die Zusammenarbeit für den KinderKunstRaum im Amt für Kultur und Freizeit (KUF) mit  dem Kulturladen Röthenbach, dem Kulturladen Ziegelstein, der Helene-von-Forster-Grundschule und der Volkschule Ziegelstein war das Lernmaterial „Das bin ich – International“ (DBI) für Kinder im Alter zwischen vier und acht Jahren der Anne-Frank-Stiftung. In zwei Buchprojekten haben drei Klassen zu den darin enthalten Geschichten von gearbeitet. Das Projekt wurde im Rahmen von „Anne Frank in Nürnberg“ im Gemeinschaftshaus Langwasser vom 22.Februar bis 24. März ausgestellt.

„Mein Ich-Buch“

Zum Einstieg hörten 22 Kinder der 3. Klasse der Helene-von-Forster-Grundschule die Geschichte von Frida, vorgelesen von der Klassenlehrerin Kathrin Beck aus den DBI Kniebüchern. Ausführlich sprachen sie mit ihrer Lehrerin darüber. Sie reflektierten eigene Erlebnisse und sammelten Material für ihr Ich-Buch: Sie gestalteten eine PopArt-Seite mit ihrem Fotoporträt. Sie verfassten Ich- und Du-Gedichte. Sie schrieben einen Brief an sich selbst und einen Text „Da war ich aber stolz“. Sie bekamen von Mitschüler/innen eine „Warme Dusche“ (was ich an dir mag), die in einer Fotoaktion vor der Schultafel festgehalten wurde. Sie beschrieben ein schönes Erlebnis und malten ein Bild dazu.

Im KUF/ KinderKunstRaum ging es dann in einem Workshop an die Gestaltung des Buches im DINA A 4 Querformat:Über das PopArt Bild wurde eine Seite aus farbigem, festem Tonpapier mit Sichtfenster gearbeitet und danach der Name darauf gestempelt. Zur Bebilderung der Texte fertigten sie Linolschnitte und druckten auf farbiges Tonpapier..

„Unsere Träume“ – Klassenbücher

Zwei 1. Religionsklassen der Volksschule Ziegelstein, insgesamt 40 Schüler/innen, hörten von ihren Religionslehrerinnen Ulrike Bomhard und Kathrin Lang aus dem DBI-Kniebüchern die Geschichte von Dany. Sie besprachen ausführlich das darin aufgeworfene Thema der „Einschlafrituale“.

In der folgenden Woche kamen die Mitarbeiter/innen des KinderKunstRaums in die Klassen. Mit einer einführenden Traumreise tauchten die Kinder in ihre Traumwelt. Als Hausaufgabe hatte sich jedes Kind einen Traum gemerkt, der nun auf Papier skizziert und mit  Unterstützung des KinderKunstRaums in einen Druckstock aus Karton umgesetzt wurde. Die Bilder wurden in zwei- bis dreifacher Ausführung auf buntem Tonpapier gedruckt und betitelt.

In der abschließenden Einheit stellten die Kinder den anderen ihre Traumbilder vor. Sie bekamen  nicht nur das gebundene Klassen-Traumbuch überreicht, sondern auch noch zwei Plakate mit allen Drucken der Kinder.

Wir sind Helden!

1. Tag: Montag 23. Mai 2011 von 8.20 bis 10.20 Uhr im Kulturladen Röthenbach

Zur Einführung in das Thema wurden auf Flipcharts Begriffe gesammelt:

1. Was ist ein Held? Was kann er/sie? Wie sieht er/sie aus? Dazu kamen viele unterschiedliche Antworten wie beschützen, retten, helfen, fliegen, Spiderman, Batman, Feuerwehr, Polizei, Ritter, Rettungshunde, Stärke, Mut oder auch Hello Kitty.

2. Was würdet ihr gerne von dem können, was ein Held/eine Heldin kann? Die Kinder fanden Eigenschaften wie fliegen, zaubern, unsichtbar sein, durch Wände schauen oder sich in Stein verwandeln zu können.

3. Was könnt ihr, was ein Held/eine Heldin kann? Antworten zu finden, fiel den Kindern schwer, aber nach und nach fanden sie doch viele Begriffe wie helfen, beschützen, klettern, schnell rennen, mutig sein, durchhalten und Geduld haben.

Anschließend studierten die Kinder die Körperhaltung eines Mädchens, das sich auf den Boden kauerte, sich aufstellte und die Arme nach oben nahm. Was könnte die jeweilige Körperhaltung bedeuten, welche Gefühle und Empfindungen löst sie aus? So konnten sie sich in vorstellen, welche Körperhaltung ihr Held haben soll. Im nächsten Schritt überlegten die Kinder, welcher Held sie gerne sein würden.

Die ersten Skizzen entstanden und wurden anschließend ausgemalt und ausgeschnitten. Patrick Niesel gab immer wieder Hilfestellungen und Tipps, unterstützte jedes Kind in seiner Idee und deren Umsetzung. Die Heldenfiguren waren Darth Vader, Hello Kitty, Delfine, Spongebob, Krankenschwestern, Batman, Spiderman oder auch der Vater.

Jedes Kind sägte sich nun ein Holzstück in passender Größe von einem Brett ab Die ausgeschnittenen Figuren wurden als Schablone verwendet und aufgezeichnet.

2. Tag: Dienstag, 24. Mai 2011 im Werkraum der Birkenwaldschule

Von 10.00 bis 12.00 Uhr ging es nun darum, aus dem hölzernem Rechteck den eigenen Helden herauszuarbeiten. Für die groben Schnitte wurden Sägen benötigt. Diese Arbeit stellte sich als so schweißtreibend und langwierig heraus, dass Erwachsene bei besonders langen Schnitten schließlich mit der Stichsäge unterstützten. Patrick Niesel machte die Kinder für diese Arbeit auch auf die Struktur des Holzes aufmerksam. So sägten die Schüler nur Schnitte quer zur Wuchsrichtung, die Längsschnitte konnten gespalten werden. Je feiner sich die Kinder den Formen ihres Helden annäherten, desto feiner wurden auch die Werkzeuge.

3. Tag: Donnerstag 26. Mai 2011, 10.00 bis 12.00 Uhr

Die meisten Kinder begannen bereits mit Raspeln zu arbeiten. Hiermit konnten auch feingliedrige Formen und Kurven geschaffen werden. Schließlich rundeten die Feilen und Schmirgelpapiere die Figuren ab. Einigen Schülern gelang dies so gut, dass kaum mehr zu erkennen war, dass die Figuren ursprünglich aus einem flachen Holz geschnitten worden waren.

Letzter Tag: Freitag 27. Mai 2011, 9.00 bis 11 Uhr

Die Figuren bekamen ihren Feinschliff. Sie wurden mit Dübeln versehen, um sie später auf einer Holzlatte befestigen und ausstellen zu können. Um die kleinen Helden lebendiger wirken zu lassen, wurden sie abschließend mit Acrylfarben bemalt.

Ausstellung der Helden

So vorbereitet konnten die Helden aus Anlass der Nürnberger Schulkulturtage ihre Reise ins Kinderkulturzentrum Kachelbau antreten. Im Foyer fand zusammen mit Werken anderer Klassen am Sonntag, den 5. Juni 2011 eine Vernissage statt. So konnten auch die Familien die Helden bewundern und bei der Gelegenheit gleich die Theaterproduktionen der anderen Schulklassen ansehen.

Nun haben die Heldenfiguren einen Platz im Schulhaus der Birkenwaldschule. Sie blicken durch die großen Fenster im Gang auf das Atrium, das demnächst neu gestaltet werden soll.